Der Glaube an die Menschheit
Er hätte den Glauben an die Menschheit verloren,
sprach der Mensch, und alle Tiere wunderten sich.
Sie hätten ihrerseits nämlich den Glauben an die Tiere
nicht nur nicht verloren, sondern gar nicht erst geglaubt.
Sie haben von Anfang an ganz praktisch
die Fleischfresser als Fleischfresser betrachtet,
die Pflanzenfresser als Pflanzenfresser,
und das war's dann auch schon.
Auch die Pflanzen haben keinen Glauben an die Pflanzheit, den sie verlieren könnten.
Sie verblühen unresigniert.
Der Mensch aber,
der Mensch ist Allesfresser, das heißt,
er frisst neben Fleisch und Pflanze auch Geistiges.
Er frisst fremde Wünsche, Zeit, Geduld, Lügen, Kilometer, Kröten, Strom, alles.
Und ausgerechnet der Allesfresser behauptet,
es gäbe Höheres als Fressen.
Das ist natürlich schwer verdaulich.
Ein Völlegefühl plagt ihn.
Er muss was loswerden, rauslassen, fallenlassen.
Und das, lieber Leser, ist dann meist dieser Glaube an die Menschheit.