delta t
1959
zu kaltes zu heißes fließt
von pumpe zu herd zu schüssel
auf lappen und leib
von körper zu topf
aus augen ein rest
bis es schaukelt gaukelt
pfeift und stampft hinter dem kaninchenfeld aber auch
heulende welt o heulende welt
die zu frieden verklingt wenn die bäume duften
pfeifen leis verstampfen
schaukeln gaukeln
stille und doch kein verlassen werden
schweres schweres bett
das lastend mählich wärmt
muster deuten wäre etwas
zwischen schlaf und schlaf
1965
einbeiniger schweiger in schmaler straßenbahn
die durch furchen kreischt und zwängt
den schaffner abwirft eines tages
zum ausleben
seh wieder das hochgeklappte hosenbein
gebügelt immer
krüppel
sagt man noch
in der verrunzelten sprache
zerbombt
wie das fleckige obst
das trotzdem ausliegt
kolonialwaren kann man noch lesen
pfeile die zum keller zeigen
denklos es im anstehn atmet
hochgeklappt das bein
mit dem sie bestehen
auf den gärduft von früchten
irgendwelcher bäume
1967
punkte streifen plastefarbe
froh durch die allee der lücken
schlenkern
immer schöner kleckse obst ballons und tücher
süße farben freie blasen
häuser die auf stielen grinsen
ganz als ob nicht mehr geweint wird
riecht dafür nach automaten
selbstbedienung eismarkise
pferdedung verlacht und
klettre auf das denkmal
für 8-millimeterwinken
twist und brause
ein paar wimpel
wackeln flott im kopf
hoch leben die gehorchenden atome
der polymeren welt
1971
brücke strauch geheime freunde
proben der entfernung
pfützen eines neuen safts melancholie
wo die zweifel schlüpfen reden mir die nester aus
kleistern wollig unter weißer zimmerdecke
über eislaufdreh schwarzweiß
und schnittchen
noch wohl hängt der schlüssel am hals
noch wird es abends auch dunkel
doch unter dem strauch
streckt sich der drache
der farblosen gier
haare schießt er durch die knabenhaut wie stachel
hoch steigt das aus dem fahrradsitz
neuierig auf stürze
ohne das zu wissen
und stürzt nicht
1974
der diskjockey befehligt
heimlich laut
lieder vom glänzen
hinter den hunden
in biernassen kunststoffhemden pocht das allererste herz
stumm singt es
wovon die lichtorgel schweigt
allererstes herz
zentralkomitee der seele
rot wie die scham
wenn beim langsamen titel
eine taille zu umfassen
weil sie heißt es dazu da ist
nichts zu träumen nach dem allerersten bier
bleibt dem aufgeschoss'nen störer
seiner selbst
dem vernarrten lulatsch
im schweißdunst verklebt vorläufig
1976
eingefetteter gewehrlauf kalt
panzerkettenglied der spielzeugtruppe
wo die zinnsoldaten rosten
schar auf abgewetzte ausgangskarten
dass man sich auch ordentlich besäuft
doch zum 24stundensiegen einfährt
ins verhau aus wachs und filz und blech
vollgebrüllt bei dosenwurst und kräutertee
kaffee keksen unverschämten gegnern
über die das siegen sagt man lautlos lastet
glattgeharkte übermalte tage jedenfalls
in der samstags blanken spielzeugtruppe
die vielleicht nur einem kind gehörte
weiß mans
das nur milde zornig ist
1980
wintertags durch kohlenluft
räuchern unter wein und halben treppen
lauschen auf die ohren
knoblauchatemlos
gähnende mähnen
weiße asche in jedem ofenloch
ruß im volksbad fließt vom leibe
blass und kachelkalt
seifig schielt der nächste
billig springen seine kinder
schreien knochig unvernehmlich
sonntags endlich klare kunde
das programm zum mitabkritzeln
streuselkuchen später
kohlen schätzen
rauchen aus dem fenster
große schlote karikierend
1985
vom nichts einer nacht ruht der kopf auf der schreibtischplatte
lohnstreifen rollen sich auf bis zum mond
simuliere beim frühstück
der halben brötchen
geschäftiges bleiben
kantinengelaber
belehrungsgesülz
vergnügensgealber
strauchaffairen
und immer die nase voll
zement
veredelte abluft nur im intershop
kräuterbuttersteak zum finale der woche
verzittert beim gin tonic
von pop und lust
so namenlos es geht
angeblich
1989
tanzte mit blei an den füßen
falsche blumen im dünnen haar
zetteltage ohne länge
im bergwerk der untertagevisionen
roch dort an der neuesten erde
verschwendete samen an ihr
baute das flussbett bergan
wie es im berg rief
bellte die monde an meine träume dennoch zu schonen
die sonnen sollten auch warten
die nadelsterne beliebiger zukunft
zählte auch kein geld mehr
wohnte nur noch stunden
betonnomade
und trotziger halm
1990
das duftende blech ins frische gestau verbracht
das ist dazugehören zweifellos
das zappt sich durch die verhängnisse
verstummendes maul
formt nach dem nährschlauch die nulpe
kühlt den beckenstein aus auf kursen
lernt nicht zu lernen
beschlagene scheiben zu klären
kein stau als den einen zu stauen
und zu bestehen erdbeben sümpfe
die auch in glas mal und marmor ausfallen
von türmen aus kellern
umzingelt
beschriftete tage
übersprungen
das halbe königreich
zurückgegeben
1996
kerosinschweif peitsche geißel schmuckgas
liefertag kreditbedröhnt
pendeln kommen lassen neustes
nachgespült belegte zunge
nörgelmaul wo palme frosch wo teich
und leise senkt sich styropor
auf komfort
pilzbefall an zauberworten
palmen schrumpfen
drinks versäuern
irgendwer vermeidet deine haut
im schädel stapeln sich
gepackte kisten
wie wäre es in wellness zu ertrinken
statt an der bar
der angebote
2000
nebulöse feuerwerke
wecken neue gespinste
die feuerwerker
verpuzzeln das leben
zu minisorgen und patchworkhoffen
ingenieure der seelenlosigkeit
zeichen an den verschiebbaren wänden
deuten auf verschiebbare wände
mehr nicht
pocketrevolution
neopostsonstwas
geister im nassen nacken
mehr nicht
tanz der zeichen
in den gefegten städten
wer da noch eine hand findet
zählt sie oft
2007
es staubt von den antennen marstot
schaugelächter lichtet sich zu bloßen schädeln
wirbelsäulen können alle knoten jetzt
doch schlecht verbergen auf der flucht
vor jedem
überfressen an perfektem nichts
staune höchstens über gras
und sterne
während eingelegter abende
schmerzende finger die halbschlafgesichte in bytes verwandeln
als die sie verschwinden
für den abend
tags drauf schlurft durch die shopping malls auf welpentatzen
mit gastzutritt
mein avatar
noch eine pubertät erhoffend
noch vor dem parkhaus
2035
scan
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ergiebiger schutt
leugnung der geretteten haut
zu testzwecken
darauf bestehen nichts zu bestellen
im reich der optimierung
nichts damit zu tun
hat das fehlende haar
die blaue zunge
der wahrheit
lallt in das netz
von unendlicher erbsengröße
so schöner trost
war nie im angebot
wie eben noch
bevor es gänzlich sich entzieht
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