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Wieso eigentlich nun auch noch...
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...Saxophon?
Warum sucht jemand, der es auch beruflich so viel mit Sprache hat, ein Gerät, das nur einen einzigen Vokal kann?
Ab einem gewissen Alter fängt man doch, so die allgemeine Erwartungshaltung, nichts Neues mehr an, es sei denn
aus physiotherapeutischen Gründen?
Just ist dies mein Alter leider aber auch jenes, in welchem man, sein Tun betrachtend, erschrickt und denkt:
was Anderes, als du grade so tust, kannst du nicht mehr.
Alle Züge abgefahren oder gar nicht vorbeigekommen.
So gar nichts da, womit man sich zur Not in die Fußgängerzone stellen kann.
Das Leben erweist sich eine Abfolge von Unterlassungen.
Die kostbare Wunderkinderzeit vor dem Fernseher vergammelt.
Dann, als es vielleicht auch noch Zeit gewesen wäre, hatte man keine.
Zudem war man in jungen Jahren auch oral ganz anders orientiert noch.
Und es ist mit einem Saxophon nicht getan, denn es braucht ein freistehendes Haus um es herum, sonst kann
man nur unter Inkaufnahme hausgemeinschaftlicher Ächtung üben.
Dazu kommen erst langsam die Einsichten, dass das Beste, was man tut, für sich getan ist.
Allmählich erst begreift sich, dass ein einziger Vokal unterhaltsamer und klüger sein kann als das ganze Alphabet auf sechzig
Kanälen inflationärer Lautverschüttung.
Darüber hinaus ist es schön, sich mit etwas zu beschäftigen, das noch mit "ph" geschrieben wird.
Das nicht bootet, updatet oder "sich aufhängt".
Das durch den ganzen Körper schwingt, der aufglüht wie brennende Kohle, auf die man pustet...

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